Zahnen und wunder Po (gilt nicht nur für Stoffwindeln)

 

Obwohl es nicht wissenschaftlich/ medizinisch nachgewiesen ist, beobachten viele Eltern, dass ihre Babys und Kleinkinder während des Zahnens einen roten und wunden Windelbereich bekommen. Das kann mehrere Ursachen haben.

Viele Babys sabbern dann sehr stark, so dass vermehrt Speichel geschluckt wird. Zu Zeiten des Zahnens verändert sich manchmal der Speichel und kann eine festere Konsistenz entwickeln, wodurch der Speichel schwerer verdaut werden kann und somit manchmal als schleimiger Durchfall ausgeschieden wird, der dann schnell die empfindliche Haut im Intimbereich reizen kann.

 

Auch der Urin kann sich zu Zeiten des Zahnens verändern. Viele Eltern bemerken plötzlich einen scharfen, durchdringenden Geruch in der Windel der an Pumakäftig erinnert. Oft entsteht dann der Verdacht, dass die Windeln falsch gewaschen wurden, doch das Problem verschwindet meistens, sobald die verursachenden Zähne endlich „durch“ sind. Der aggressivere Urin reizt nicht nur die zarte Haut der Babys, sondern kann auch empfindliche Materialien längerfristig beschädigen, so dass es tatsächlich sinnvoll sein kann, die Windeln zu dieser Zeit direkt von Hand auszuspülen oder ggf. mit etwas Zitronensäure einzuweichen und erst dann in der Maschine zu waschen („strippen“).

 

Wichtig ist, möglich schnell zu reagieren und Maßnahmen zu ergreifen, wenn die Folgen des Zahnens im Windelbereich des Babys zu sehen sind. Ich gebe keine medizinischen Ratschläge, sondern nur Tipps, um einen harmlosen wunden Po des Babys mit einfachen (Haus-)Mitteln in den Griff zu bekommen und deinem Baby Linderung zu verschaffen. Frage im Zweifelsfall immer einen Kinderarzt. Gerade bei Durchfall kann sich z.B. ganz schnell ein Pilz auf der Haut bilden.

 

Sobald du merkst, dass dein Baby ausgeschieden hat, solltest du die Windel wechseln – egal ob nur Pipi oder auch Stuhlgang. Lass wenn möglich die Windel einfach ganz weg und halte lieber ein Tuch zum Wischen bereit. Luft ist für einen strapazierten Babypo eine Wohltat und beschleunigt die Heilung.

 

Bevor du zu Cremes greifst, kannst du die wunden Stellen auch mit schwarzem Tee abtupfen. Dazu den Tee besonders stark ansetzen und lange ziehen lassen. Den abgekühlten Tee kannst du entweder vorsichtig mit einem Lappen auf die Haut tupfen oder – wenn sich dein Baby wegen der Schmerzen nicht anfassen lassen mag – auch aufsprühen. Vorsicht, schwarzer Tee gibt üble Flecken, die sich sehr schlecht auswaschen lassen!

Solltest du stillen, hilft es auch, die Haut mit Muttermilch abtupfen oder vorsichtig mit etwas Lanolin/ Wollwachs einzuschmieren.

Eine Einlage aus Bourettseide (z.B. von Disana) als oberste Schicht auf der Windel beruhigt die Haut zusätzlich. Die dünne Einlage wird von Hand ausgewaschen und trocknet sehr schnell. Sie ist vor allem geeignet, wenn die Haut im ganzen Windelbereich gerötet ist.

Für eher punktuell wunden Stellen eignet sich auch Heilwolle aus der Apotheke oder z.B. von dm. Heilwolle darf jedoch nicht an bereits offene Hautstellen kommen!

 

Unter Umständen kann es auch sinnvoll sein, nur natürliche Materialien wie Baumwolle oder Hanf an die Haut zu lassen, Mikrofaser bzw. Polyester also zu vermeiden. Sollte der aggressivere Urin den wunden Po verursachen, kannst du auch ungefettete Woll-Liner als oberste Schicht in die Windel legen. Der dünne Stoff transportiert den Urin an die saugende Schicht weiter, fühlt sich an der Oberfläche jedoch recht trocken an. Woll-Liner funktionieren also ähnlich wie Fleece-Liner, sind aber nicht aus Polyester und damit besser für die Haut – vorausgesetzt, dein Kind reagiert nicht allergisch auf Wolle!